KOMPETENZEN AUS DER REGION – Best Practice aus Wirtschaft und Design

erstellt am: 15.06.2017 | von: einfachKeck | Kategorie(n): Allgemein, Erfahrungsberichte, Networking

Best Practice aus Wirtschaft und Design

Letzte Woche, am 8. Juni, war ich bei der Veranstaltung KOMPETENZEN AUS DER REGION – Best Practice aus Wirtschaft und Design. Hier zeigten Mitarbeiter aus den Marketing Bereichen verschiedener Unternehmen erfolgreiche Projekte und gaben Beispiele und Ratschläge für erfolgreiche Marketingkonzepte. Heute möchte ich euch davon berichten.

Von der Veranstaltung hatte ich im Büro eher Zufällig erfahren, als sich zwei Coworker darüber unterhielten. Das Thema klang interessant und da ein weiterer Kollege anbot meine Schicht für diesen Nachmittag zu übernehmen habe ich mich spontan angemeldet und bin tags darauf rüber nach Dortmund gefahren.

Best Practice aus Wirtschaft und Design fand im großen Hörsaal der IHK Dortmund statt und wurde von der IHK und der Design Metropole Ruhr ausgerichtet.

Ich kam um kurz vor 15 Uhr an und habe mich erstmal mit einer Traubenschorle ausgerüstet, die vor dem Veranstaltungsraum angeboten wurde. Der Saal selber war Hell und luftig. Da das Wetter schön war, standen mehrere Türen zur Terrasse offen, auf der für die Pausen Sitzgelegenheiten aufgestellt worden waren.

Auch im Saal gab es genug Sitzgelegenheiten und so setzte ich mich in eine der vorderen Reihen und erwartete den Beginn der Veranstaltung.

Bild 1

Fast pünktlich war es dann auch soweit: Ulf Wollrath von der IHK Dortmund hieß uns willkommen und stellte die beiden mit Organisatoren Reinhild Kuhn und Marc Röbbecke von der Design Metropole Ruhr vor.

Best Practice 2

Das Ziel von Design Metropole Ruhr ist es Wirtschaft und Kreative im Ruhrgebiet, aus verschiedenen Bereichen zu vernetzen.

Daten und Fakten

Nach der Vorstellungsrunde sprach Klaus Burmeister vom Düsseldorf foresight Lab über den Wandel der Gesellschaft und die einhergehende, stetige Entwicklung der Wirtschaft.

Technologische Entwicklung

So seien Technologien, wie autonome Systeme und künstliche Intelligenzen immer weiter auf dem Vormarsch. Unser Umfeld werde mehr und mehr digitalisiert. Die Systeme, die wir verwenden, werden immer interaktiver. Virtuelle Realitäten werden immer ausgefeilter und bieten schier endlose neue Möglichkeiten.

Gleichzeitig fiele nicht nur die Gründungsquote in NRW, die neuen Geschäftsmodelle scheinen auch immer weniger innovativ zu sein. Die Digital Hubs in Deutschland seien sich alle sehr ähnlich und meist nicht mehr als digitale Beratungsstellen, so Burmeister.

Best Practice

Das Konzept des Crowdworking, also das ausgliedern von Arbeiten an freie Mitarbeiter, funktioniere zwar, sei für die Freiberufler meist aber noch nicht lukrativ. Das Konzept sei gut, aber die Umsetzung noch Verbesserungswürdig, auch wenn die Crowdworker generell zufrieden mit der Arbeit seien.

Crowdworking

Generell liege den Menschen im Zeitalter der Globalisierung und Digitalisierung die Verbesserung des lokalen Umfeldes am Herzen. Über die Digitalen Medien werde versucht auch offline wieder mehr Interaktion zu schaffen.

Hierzu nannte Burmeister unter Anderem folgende Projekte:

Die Initiative Morgenstadt vom Frauenhofer Institut arbeite an nachhaltigen, zukunftsorientierten Städte-Konzepten um langfristig saubere Energie zu produzieren und die Umwelt zu entlasten, während die Stadtbewohner selbst mitbestimmen können, wie verschiedene Ressourcen sinnvoll genutzt werden sollen.

Mit ähnlichen Dingen beschäftigen sich auch die Makers for Humanity, ein Kollektiv bei dem Macher aus verschiedensten Branchen gemeinsam an Verbesserungen für ihr lokales Umfeld arbeiten und dazu Global miteinander interagieren.

Das Projekt futureTEX aus dem Programm Zwanzig20 arbeite an einem nachhaltigen Ausbau technischer Textilien.

Auch sei das Konzept der Open Innovation in Deutschland angekommen. Hierbei werden unternehmensinterne Innovationsprozesse hinausgetragen und gemeinsam mit z.B. Kunden, Lieferanten oder Wettbewerbern weiterentwickelt um so einen größeren Ideenpool zu generieren.

Open Innovation

Alles in Allem scheint es unzählige neue Projekte und Ansätze zu geben gemeinsam durch Kommunikation das teilen von Informationen nachhaltige Verbesserungen zu erzielen.

Best Practice

Fokussierte Markenführung

Im Anschluss berichtete Jan Zimmermann von Wilo über das Konzept der fokussierten Markenführung und erklärte dieses anhand des Marketingkonzeptes des Dortmunder Pumpenherstellers.

Best Practice

Der Mensch im Mittelpunkt

So stelle die Firma nicht das Produkt, sondern den Kunden in den Mittelpunkt und liefere diesem maßgeschneiderte Lösungen.

Auch die Mittarbeiter stünden im Fokus des Werbekonzeptes und seien ein essenzieller Bestandteil der Marke.

Der Mensch stehe bei der Entwicklung der Werbekonzepte stets im an erster Stelle, da Maschinen und Technik, sowie die Anforderungen an diese sich ändern und Menschen die einzige Konstante seien.

Corporate Identity

Das Logo der Firma habe sich dahingehend verändert und angepasst. So stellt das „i“ im Schriftzug „Wilo“ einen Menschen dar. Und auch in den Werbeprospekten der Firma stünden die Menschen im Vordergrund.

Best Practice Wilo Logo

Hier seien die Produkte deutlich kleiner abgebildet, als dies bei den meisten anderen Werbeprospekten der Fall sei. Dafür gebe es viele Fotos von glücklichen Mitarbeitern und zufriedenen Kunden.

Best Practice

Natürlich gehört auch eine einheitliche Form der Darstellung zum Werbekonzept. So seien die abgerundeten Ecken des Logos auch in der restlichen Werbung immer wieder aufgegriffen worden. Zum Beispiel in Form von abgerundeten Ecken bei Fotos, oder auch in der Architektur eines Firmengebäudes.

Best Practice

Die grüne Farbe des Logos, die ursprünglich nur dazu diente sich von der Konkurrenz, mit meist blauen Logos, abzuheben, entpuppte sich in den letzten Jahren zudem als glückliche Wahl. Grün stehe mittlerweile für Nachhaltigkeit, was ebenfalls ein wichtiger Teil der Firmenphilosophie sei.

Durchdachtes Konzept

Meiner Meinung nach, ist dies ein gut durchdachtes Firmenkonzept, dass die Firma selbst für jemanden mit wenig Interesse für Pumpen sympathisch wirken lässt.

Dieses Konzept bestärkt mich zudem in meiner Ansicht, dass zu einer guten Markenstrategie mehr gehört als nur ein modernes Logo und ein paar nette Bilder. Eine wirksame Marke braucht ein aussagekräftiges Konzept.

Moderne Technik – der Weg zum Erfolg

Sebastian Deutsch von 9Elements sprach im Anschluss über die aktuellen Entwicklungen der modernen Kommunikationsmittel. Er ist der Ansicht das Kommunikationsdesigner (wozu eigentlich alle Designer aus den Bereichen Grafik, Medien und Web gehören) auf Dauer nur erfolgreich sein können, wenn sie die aktuellen Technologien in ihre Arbeit mit einbeziehen.

Conversational Transactions

So ist er der Ansicht, dass die Kommunikation über Websites in Zukunft immer weiter zurückgehen wird und das Websites zukünftig von Messenger-Diensten ersetzt werden.

Designer sollten sich daher mehr damit beschäftigen, wie sie die Funktionen solcher Messenger für Gestaltungs– und Werbezwecke nutzen können. Wie könnten Werbeanzeigen und die Firmenkommunikation über Messenger zukünftig aussehen?

Conversational Design

Conversational Interfaces, wie z.B. Alexa, Google Now oder auch Siri seien der neuste Trend und zukünftig aus keinem Haushalt mehr weg zu denken. Daher sollten sich Kommunikationsdesigner auch hier damit beschäftigen, wie sie solche Systeme verwenden könnten.

Best Practice

So würden diese Systeme bei der Aufforderung ein Taxi zu rufen nicht eine auswahl verschiedener Unternehmen präsentieren, aus denen der Nutzer eins auswählen kann, sondern einfach das Unternehmen wählen, welches eingestellt sei, bzw. welches an oberster Stelle der Suche erscheine.

Eine nette Werbeanzeige oder ein Suchmaschinenranking auf dem 2. oder 3. Platz werde also zukünftig nicht mehr von Interesse sein.

Daten analysieren

Aus diesem Grund sei es immer wichtiger Daten zu sammeln und Nutzerverhalten zu analysieren um den Kunden ein optimal zugeschnittenes Ergebnis präsentieren zu können.

Online seien die wichtigste Währung in Zukunft ohnehin Daten. Digitale Währungen wie Bitcoin seien ja schon jetzt kaum noch weg zu denken und würden in Zukunft weiter an Wichtigkeit gewinnen.

Virtuelle Realitäten

Auch im Bereich der Augmented Reality, also der mit Hilfe von technischen Geräten erweiterten Darstellung der Realität (z.B. Pokemon Go, wo die Figuren auf dem Smartphone-Display erscheinen und dabei auf eine Bildaufnahme der Realität projiziert werden) schreite die Entwicklung weiter Voran.

Schon jetzt gibt es VR-Brillen, mit denen man Digital projizierte Bilder im realen Raum wahrnehmen kann. Diese Technik werde in Zukunft ebenfalls nicht mehr wegzudenken sein, weshalb sich Kommunikationsdesigner auch hier überlegen sollten, wie sie diese Techniken für sich nutzen können. Wie könnte ein zweidimensionales Logo künftig in 3D aussehen?

Sammeln von medizinischen Daten

Wie eben schon angesprochen werde auch das Sammeln von Daten immer wichtiger. Bereits jetzt sammeln Low-Power-Devices wie Smartwatches haufenweise Informationen über den Träger.

So sei es heute schon möglich genaue Analysen über die Herzfrequenz eines Menschen zu sammeln und so gegebenenfalls Herzkrankheiten frühzeitig zu erkennen, die bei einem normalen EKG nicht auffallen würden. Ein EKG spiegele immer nur eine Momentaufnahme wieder, wohingegen die Smartwatch dauerhaft Daten sammelt.

Generell seien auch Mediziner besser beraten, wenn sie sich mit den neuen technischen Möglichkeiten auseinandersetzten. In Zukunft könnten Smartwatches immer mehr gesundheitliche Daten analysieren und ihren Trägern Diagnosen erstellen, was die meisten Arztbesuche überflüssig machen werde.

Aber was passiert mit den Daten?

Generell habe ich nichts gegen die technische Entwicklung und halte es für vorteilhaft, wenn Medizinisch relevante Daten zukünftig sorgfältig aufgezeichnet werden um Ärzte bei der Diagnose zu helfen.

Ich stehe dem Sammeln von Daten aber dennoch etwas skeptisch gegenüber. Wer hat denn alles Zugriff darauf, wenn ich mit einer Smartwatch meinen Puls kontrollieren lasse? Wo werden diese Daten gespeichert? Wie könnten Fremde diese Daten nutzen?

Abwarten und Tee trinken

Man kann und sollte sich nicht vor allem neuen verschießen, aber vielleicht sollte man sich auch nicht alle neuen Geräte sofort besorgen, sondern eine Weile abwarten und beobachten wie sich der Umgang damit entwickelt.

Vorerst werde ich meinen Fernseher noch per Fernbedienung benutzen und auch meine Stereoanlage selbst einschalten.

Was nützt es mir, wenn ich meinen Wocheneinkauf vom Sofa aus bestelle und liefern lasse (obwohl der nächste Supermarkt nur 500m entfernt ist) wenn meine Smartwatch mir gleichzeitig sagt dass ich heute noch 2km laufen sollte?

Wie man die Aufmerksamkeit seiner Kunden gewinnt

Zum Schluss erklärte Miran Delija von der LK AG in Essen wie man die Aufmerksamkeit seiner Kunden gewinnt. Die LK AG arbeite damit Aufmerksamkeit zu erzeugen, indem sie die Kunden zur Interaktion provoziere.

Agentur für Live-Kommunikation

Zusammenarbeit

Hierzu sei es Wichtig, dass alle Bereiche eines Unternehmens zusammenarbeiteten. Nur so könne man genau definieren welche Informationen an den Kunden vermittelt werden sollen und wie sich diese am besten darstellen lassen.

Best Practice Kommunikation

Best Practice Kommunikation

Auch sei es nur so möglich ein genaues Profil der Kunden zu erstellen, dass es wiederum ermögliche ein passendes Storytelling-Konzept zu entwickeln. Denn Wer kennt die Kunden besser als der, der ihnen das Produkt oder die Dienstleistung verkauft?

Interaktivität

Am Beispiel eines Werbeprojektes für einen Hersteller von Schutzanzügen zeigte Delija, wie man Kunden geschickt zur Interaktion animiert und ihnen so das Produkt näherbringt.

Für einen Messestand des Schutzanzug-Herstellers habe sich die LK AG damit beschäftigt eine Schaufensterpuppe mit Sensoren auszustatten und diese mit einer digitalen Anzeige zu verbinden.

Live Kommunikation

So sollte es den Kunden möglich sein, Informationen über bestimmte Eigenschaften des Schutzanzuges in Erfahrung zu bringen, indem sie die Puppe an der Stelle berührten, über die sie etwas wissen wollten.

Live Kommunikation

Diese Aktion erregte zum einen die Aufmerksamkeit der potenziellen Kunden und brachte diesen zusätzlich, durch gezielte Informationen, den Nutzen des Produktes näher.

Verstehen ist der Schlüssel

Dieser Vortrag verdeutlichte gut, dass der Schlüssel zu einem erfolgreichen Werbekonzept darin liegt, die Aufmerksamkeit der Kunden zu gewinnen. Sei es nun durch einen interaktiven Messestand, oder durch eine Aussage, die zum Nachdenken anregt.

Kommunikation

Wichtig ist, dass man die Aufmerksamkeit eines Kunden erlangt und ihn dazu bekommt zu interagieren. Dies kann durch die Berührung einer Schaufensterpuppe sein, oder auch durch die Provokation zu einer Diskussion.

Wichtig ist dabei jedoch, dass der Kunde am Ende mit einem AH-Erlebnis und einer Information belohnt wird. Denn nur wenn der potenzielle Kunde das Produkt oder die Dienstleistung und ihren Sinn versteht wird er auch tatsächlich zum Kunden.

Netzwerken

Alles in Allem waren die Vorträge an diesem Nachmittag sehr interessant und boten mir eine Menge Stoff zum Nachdenken. Ein paar Ideen, wie ich das gelernte für die Zukunft nutzen kann habe ich jedenfalls schon…

Abschied

Wie sich das gehört, gab es aber auch wieder genug Zeit zum Netzwerken. Zum Einen konnte ich dazu die Pause zwischen den Vorträgen nutzen, zum Anderen auch die Zeit nach den Vorträgen.

Schade fand ich allerdings, dass scheinbar fast nur Menschen aus dem Kreativen Bereich anwesend waren. Ich habe mich mit Grafikdesignern, Fotografen und Textern unterhalten und dabei auch gleich nette Kontakte geknüpft, aber irgendwie ließen sich kaum potenzielle Kunden aus der Wirtschaft finden.

Schade eigentlich. Gerade für Firmen wäre diese Veranstaltung sicher auch sehr interessant gewesen.


So, das Ganze ist jetzt doch ein ziemlich langer Text geworden, obwohl ich versucht habe mich kurz zu fassen…

Wenn dir der Artikel gefallen hat, oder du noch Fragen hast schreib mir einen Kommentar! Mich würde auch interessieren was deine Meinung zu den verschiedenen Themen ist? Wie stehst du zur fortschreitenden Digitalisierung und dem Nutzen der neuen Technologien? Wie könnte deiner Meinung nach die Zukunft der Werbung aussehen?


Ich gestalte DEINE Visitenkarte!

Visitenkarten Gewinnspiel

Und zum Schluss (quasi als Belohnung fürs Durchhalten) möchte ich dir noch von meinem Gewinnspiel auf Facebook erzählen!

Unter allen Freiberuflern, Gewerbetreibenden und Gründern die den verlinkten Post liken UND einen Kommentar schreiben, wofür sie eine Visitenkarte brauchen, verlose ich eine kostenlose Visitenkarten-Gestaltung!

Nehmt fleißig Teil!



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